Ja, die Überschrift klingt hart, aber schönreden kann man die Rennen aus New Hampshire, Bristol und Martinsville einfach nicht. Während Chris Ulrich in der GMA endlich die ersten Punkte holte und eine aufsteigende Formkurve vorweisen kann, liefert die Stock-Car-Truppe von HPM derzeit nicht ihr vorhandenes Potential ab. Unnötige Yellows, Griff ins Setup-Klo und wie Uwe Wegmann schon sagte: „Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu!“ Mehr Infos zu den einzelnen Rennen gibts nach dem Break.

Rennen 5 fand in Loudon, auf dem New Hampshire Motor Speedway statt. Nach Daytona, Michigan, Las Vegas und Atlanta also der erste Short-Track. 1 Meile Länge, progressive Kurvenerhöhung und breit genug für 3-Wides. Die Erwartungen im Fahrerfeld waren bunt gemischt und reichten von „Wreckfest“ bis „geniale Taktikschlacht“. Es wurde eine Mischung aus Beidem. 11 Rennunterbrechungen führten dazu, dass es zu Beginn auf Sprinterqualitäten ankam.

Die HPM’ler hielten in aussichtsreichen Postionen sehr gut mit, aber Marvin und Laurenz erwischte es als erstes in Lap 85. Laurenz wurde im Turn gedreht, stand in Folge dessen quer zur Fahrbahn und Marvin hatte keine Chance auszuweichen. Sehr schade, denn in dieser Phase des Rennens standen die Positionen 2 und 6 für die Beiden zu Buche. So waren es nur die Endplatzierungen 22 und 23.

Ovalracing eben, da muss man durch. Ab Runde 91 entschied das Rennen dann schlussendlich doch die Boxentaktik und das Talent zum Reifenflüstern, denn es blieb bis Runde 164 Grün und Martin Thiemt holte sich einen weiteren Sieg in der höchsten Stock-Car-Serie der VR. Torsten, der von P22 gestartet war, hatte sich in der Vorbereitung erneut nur auf konstante Rundenzeiten und ein neutrales Setup bemüht, um auch mit abgefahrenen Reifen angreifen zu können. Marc ebenso und für beide zahlte sich die Taktik aus.

Marc bekam leider noch 20 Strafpunkte von den Rennkommissaren aufgebrummt, was seinen 12. Platz etwas trübt. Am Turneingang herrschte Uneinigkeit mit Udo Streit über die Vorfahrt, ein Dreher von Marc und eine Beule am Auto inklusive krummem Fahrwerk. Danach war keine Attacke mehr möglich, aber ein solides Finish.

Für Torsten lief es in New Hampshire richtig gut. Zu Beginn gab es einen Bump von Denis Terze und dadurch einen Dreher. Massiver Platzverlust war die Folge, aber ab da gab es keine weiteren Probleme. Es folgten schöne Fights mit Mirko Meitzner, Dirk Wilke, Udo Streit und Florian Nelamischkies und am Ende Platz 7. Nach der Verteilung der Strafpunkte ging es sogar noch nach oben auf P3.

Eines meiner bestens DOM-Rennen. Die Quali lag mir noch nie und ich habe durch die Arbeit auch keine Zeit, Hotlaps zu trainieren. Also spul ich einfach nur soviele Runden wie möglich ab, um Konstanz in meine Performance zu bekommen. In der Szene mit Denis hatte ich noch das nötige Rennglück, denn am Fahrwerk ging nichts kaputt. Dazu noch das Setup, das am Ende des Stints immer noch super lag. Es folgen jetzt noch mehr Short-Tracks, hoffentlich geht es so weiter.

Eine Woche später ging es in den Nudeltopf schlechthin. Bristol Motor Speedway, ~250.000 Zuschauerplätze, im realen Cup auf Jahre ausverkauft und eine Atmosphäre wie im Circus Maximus. Aufgrund der Streckenlängekürze von 0,5 Meilen steht man hier quasi ab Startplatz 25 schon mit dem Rücken zur Wand, wenn es um den Verbleib in der Führungsrunde geht. Die Qualifikation ist also immens wichtig, um eine gute Ausgangsposition zu haben. Marvin setzte sein Provisional, Jörg ebenfalls. Laurenz startete nach einer unkonzentrierten Quali von P20, Torsten fehlten 0,2 Sekunden auf seine Bestzeit. Der nicht optimale Platz 15 war die Folge und Marc war bester HPM’ler nach dem Quali auf P5 mit 2/10 Rückstand auf die Pole.

Nachdem in New Hampshire die erste Rennhälfte noch sehr chaotisch verlief, klappte es in Bristol wesentlich besser. Give ‚N Take war an der Tagesordnung, wodurch auch Fahrer in schwierigen Situationen keine Yellows auslösten.

Erst in Lap 85 knallte es das erste Mal und leider war mit Marc ein HPM-Fahrer der Schuldige. Marc kam übersteuernd aus dem Turn, Thorsten Schulz gerade aus der Box und die Geschwindigkeiten der Beiden passten nicht ganz zueinander. Zu allem Unglück hatte Marc noch einen Bluescreen beim darauf folgenden Restart. Rennen gelaufen mit P 22.

Ab der ersten Yellow wurde das Rennen unruhiger und es kamen keine Long-Runs zustande. Laurenz verschätzte sich in Lap 109 mit dem Bremspunkt von Stephan Peters, traf ihn ganz leicht am Heck, aber an dieser Stelle führt das 100%ig zum Dreher. Der Münchner beschädigte sich dabei die Aufhängung, versuchte noch 10 Runden, mit dem waidwunden Auto durchzuhalten, aber irgendwann folgte das Einsehen. Aufgabe und Platz 19.

Mist. Derzeit läuft es einfach nicht. Das Problem war in Bristol, dass ich 100% meines Rennens die ganze Zeit langsamere Auts vor mir hatte, immer, ständig. Das lag daran, dass ich in der Quali eine BF bekommen habe und im Nirgendwo starten musste. Deshalb wurde ich dann auch irgendwann überrundet, ohne etwas unternehmen zu können. Das hat meinen Nerven auf Dauer anscheinend nicht gefallen. Da muss ich jetzt endlich wieder meine Ruhe finden, in 2009 ging das doch auch!

Bester HPM’ler war Torsten, der seine super Form auf Short Tracks aus New Hampshire konservieren konnte. Die üblichen Dellen am Auto, aber nichts ernsthaftes, keine Yellow ausgelöst und Platz 7 am Ende.

Ich liebe Bristol! Am Mittwoch dachte ich noch, dass ich hier nicht klar kommen werde. Dann hab ich mich erneut auf konstante Rundenabspulen verlegt, nicht mehr auf die Rundenzeit geschaut und mich selbst positiv überrascht. Mein Ziel war die Top 10, dass es mit Platz 7 ganz souverän klappt, ist einfach toll. An Denis auf P6 war kein Vorbeikommen. Wir waren auf absolut identischem Speed unterwegs. Gleichzeitig musste ich noch nach hinten schauen, denn da lauerte Mirko Meitzner. Das war Simracing vom Feinsten!

Und da der Drehwurm aus Bristol noch nicht genug war, folgte 7 Tage später erneut eine Strecke, mit 0,5 Meilen pro Runde. Martinsville oder „Rund-um-den-Gartenteich“. Da die Kurven hier kaum Überhöhung aufweisen, bremst man bis auf 60mph herunter, um dann die Leistung brachial zu entfesseln. Bevor man überhaupt realisiert, dass man eigentlich kaum Kontrolle hat, schmeißt man erneut den Anker. Dazu dann 26 weitere Fahrer neben/hinter/vor/über dem eigenen Auto, denen es genau so geht. Eigentlich total bekloppt, hier zu fahren, aber wir sind ja keine Mädchen.

Im Quali gab es die zu erwartenden Ergebnisse. Jörg hatte aufgrund seiner Arbeit schon einen Kurzeinsatz angekündigt, mit Startplatz 7 wirklich schade. Laurenz 12ter, Marvin 15ter, Torsten 19ter und Marc zog mit Rechnerproblemen ein Provisional. Das Quali ist definitiv eine der Baustellen in der GNL, da macht sich das Team das Leben selbst unnötig schwer. Vor allem auf den Short Tracks ist es einfach angenehmer, wenn man in den Top 10 starten kann.

Das Rennen selbst war wieder gelblastig. 6 Yellows schon in den ersten 55 Runden zeugten von gehöriger Nervosität im Feld. Leider erwischte es dabei auch 2 HPM’ler. Laurenz und Marvin quittierten ihren Dienst schon früh und vor allem bei Marvin lief es richtig dusslig. Torsten war vor ihm unterwegs, wurde am Kurvenausgang loose und die beiden berührten sich. Torsten konnte ohne großen Schaden weiterfahren, für Marvin war der Abend gelaufen. Dazu noch eine Yellow ausgelöst, ähnlich wie bei Laurenz riesiges Potential, das nur abgerufen werden muss.

Torstens war ebenfalls nicht gut unterwegs, nach New Hampshire und Bristol also ein Nackenschlag. Nur aufgrund des Durchhaltevermögens und den vielen Ausfällen war Platz 8 möglich, dazu kam bei einigen Situationen eine gewaltige Portion Glück. Gehört dazu, ist aber kein Trost. Jörg P24, Laurenz P23, Marvin P15 und Torsten wie erwähnt P8.

Nach Martinsville also Ernüchterung, insgesamt sind regelmäßige Top 10 oder sogar mehr machbar. Jetzt muss die Leistung gebracht werden. Als nächstes folgen die Rennen in Talladega, Phoenix und Texas. Drei grundverschiedene Layouts, vom Superspeedway mit Luftmengenbegrenzer bis zum Short-Track. Über Feedback zum Bericht freuen wir uns, also haut in die Tasten!

Statistikfans bitte weiterlesen:

Rennergebnis New Hampshire

Rennergebnis Bristol

Rennergebnis Martinsville

Fahrerwertung

Teamwertung

[GNL DOM] Review Rennen 5 bis 7 – Steigerung erforderlich
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4 thoughts on “[GNL DOM] Review Rennen 5 bis 7 – Steigerung erforderlich

  • Vielen Dank für den weiteren Bericht. Die Überschrift bleibt hart – aber wahr :(

  • Wenns mal nicht läuft, dann läuft es einfach nicht. Kenn ich doch 😀 Aber Torsten ist ja ganz gut dabei, oder fährt Silke :-))

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